1935 hatte die Reichskulturkammer 100.000 Mitglieder. [13] Goebbels stellte klar: «In Zukunft dürfen nur diejenigen, die Mitglieder der Kammer sind, in unserem kulturellen Leben produktiv sein. Die Mitgliedschaft steht nur denjenigen offen, die die Aufnahmebedingung erfüllen. Auf diese Weise wurden alle unerwünschten und schädlichen Elemente ausgeschlossen.» [13] Dennoch gab es in der Zeit 1933–1934 einige Verwirrung innerhalb der Partei in der Frage des Expressionismus. Goebbels und einige andere glaubten, dass die kraftvollen Werke von Künstlern wie Emil Nolde, Ernst Barlach und Erich Heckel den nordischen Geist veranschaulichten; Goebbels erklärte: «Wir Nationalsozialisten sind nicht unmodern; wir sind träger einer neuen Moderne, nicht nur in der Politik und in sozialen Angelegenheiten, sondern auch in Kunst und Intellektuellen.» [14] Eine von Rosenberg angeführte Fraktion verachtete jedoch den Expressionismus, was zu einem erbitterten ideologischen Streit führte, der erst im September 1934 beigelegt wurde, als Hitler erklärte, dass es im Reich keinen Platz für modernistische Experimente geben würde. Richard Grunberger sagt: «1936 wurde die Literaturkritik, wie bisher verstanden, abgeschafft; Von nun an folgten die Überprüfungen einem Muster: eine Zusammenfassung von Inhalten, die mit Zitaten, reinen Stilkommentaren, einer Berechnung des Übereinstimmungsgrads mit der Nazi-Doktrin und einer Schlussfolgerung, die auf Zustimmung oder auf andere Weise hindeutet, gespickt sind.» [63] In den 1920er und 30er Jahren wimmelte es in den deutschen Ballungszentren von Jazzclubs, Kabaretthäusern und Avantgardemusik. Im Gegensatz dazu unternahm das nationalsozialistische Regime konzentrierte Anstrengungen, um die moderne Musik (die als degeneriert und jüdisch galt) zu meiden, und nahm stattdessen klassische deutsche Musik auf. Hochbebegehrt war die Musik, die auf eine mythische, heroische deutsche Vergangenheit wie Johann Sebastian Bach, Ludwig van Beethoven und Richard Wagner anspielte. Anton Bruckner wurde sehr geschätzt, da seine Musik als Ausdruck des Zeitgeistes des deutschen Volkes angesehen wurde. [45] Die Musik von Arnold Schönberg (und der atonalen Musik mit ihr), Gustav Mahler, Felix Mendelssohn und vielen anderen wurde verboten, weil die Komponisten jüdischer oder jüdischer Herkunft waren. [46] Paul Hindemith floh 1938 in die Schweiz,[47] anstatt seine Musik in die Nazi-Ideologie einzupassen. Einige Opern von Georg Friedrich Händel wurden entweder wegen jüdisch- und jüdisch-jüdischer Themen ganz verboten oder ließen neue Librettos für sie schreiben.

Deutsche Komponisten, die ihre Musik während der NS-Zeit häufiger aufführten, waren Max Reger und Hans Pfitzner. Richard Strauss war nach wie vor der meistgespielte zeitgenössische deutsche Komponist, wie er es vor dem NS-Regime war. Doch auch Strauss ließ seine Oper Die Stille Frau 1935 wegen seines jüdischen Librettisten Stefan Zweig verbieten. [48] Juli 1941 Brief von Göring an Heydrich über die «endgültige Lösung» der Judenfrage Hitlers Machtergreifung am 31. Januar, 1933 folgten schnell Aktionen, die die Kultur der Entartung säubern sollten: Bücherverbrennungen wurden organisiert, Künstler und Musiker wurden aus Lehrämtern entlassen, Künstlern wurde verboten, farben zu verwenden, die in der Natur nicht sichtbar sind, zum «normalen Auge»,[95] und Kuratoren, die eine Befangenheit der modernen Kunst gezeigt hatten, wurden durch Mitglieder der NSDAP ersetzt. Sfn| Adam|1992|p=52 «Durch das Propagandaministerium oder die ERR haben die Nazis die Kultur aller Nationen, in die sie eingedrungen sind, zerstört oder unter Quarantäne gestellt.» [96] «Ein vierköpfiges Säuberungstribunal (Professor Ziegler, Schweitzer-Mjolnir, Graf Baudissin und Wolf willrich) besichtigte Galerien und Museen im ganzen Reich und ordnete die Entfernung von Gemälden, Zeichnungen und Skulpturen an, die als `entartet` galten.» [97] Als sich die Beschlagnahmungen in großen Mengen zu häufen begannen, füllten die Gegenstände den Louvre und zwangen Reichsbeamte, das Jeu de Paume, ein kleines Museum, für zusätzlichen Raum und für die ordnungsgemäße Betrachtung der Sammlung zu nutzen.