Asplund, R. (2007), Finnland: Dezentralisierungstendenzen innerhalb eines Kollektivlohns, Arbeitspapiere Nr. 1077, Forschungsinstitut der finnischen Wirtschaft, Helsinki. Befristete Arbeitsverträge werden am Ende der vorab festgelegten Beschäftigungsperiode fristlos beendet. Unbefristete gültige Arbeitsverhältnisse enden entweder im gegenseitigen Einvernehmen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer oder durch einseitige Kündigungsfrist (Kündigungsfrist). Kündigt der Arbeitgeber den Vertrag, so muss dies auf gewichtigen Gründen beruhen, d. h. auf schwerwiegenden Übertretungen des Arbeitnehmers oder einer Änderung der Umstände, die den Arbeitnehmer unfähig macht, seine Pflichten zu erfüllen. Finanzielle oder produktionsbezogene Gründe sind ebenfalls akzeptabel. Der Mitarbeiter braucht keinen konkreten Grund, um den Vertrag zu kündigen.

Beide Seiten müssen die Kündigungsfrist bei Beendigung des Vertrags einhalten, deren Dauer sich auf die Dauer der Beschäftigungsfrist bezieht. Arbeitnehmer, deren Vertrag aus finanziellen Gründen gekündigt wurde, haben ebenfalls Anspruch auf einen bezahlten Wiederbeschäftigungsurlaub. Die Ansichten beider Parteien müssen im Prozess der Kündigung des Arbeitsvertrags gehört werden, und der Arbeitgeber muss die möglichen finanziellen Gründe für die Kündigung erläutern. Das Ministerium für Soziales und Gesundheit ist für die Überwachung der Einhaltung der finnischen Rechtsvorschriften zur Nichtdiskriminierung im Zusammenhang mit dem Arbeitsleben zuständig. Sie koordiniert das dreigliedrige Equal Pay-Programm mit dem Ziel, das geschlechtsspezifische Lohngefälle bis 2025 durch Vertragspolitik auf 12 % zu verringern, die geschlechtsspezifische Segregation von Berufen, die Entwicklung von Lohnsystemen und die Unterstützung der beruflichen Entwicklung von Frauen zu verringern. Bei Verdacht auf Lohndiskriminierung haben der Arbeitnehmer und der gewerkschaftliche Betriebsleiter das Recht, die Gründe für das Lohnniveau durch den Arbeitgeber zu hören. Der Arbeitnehmer kann beim Allgemeinen Gericht Berufung einlegen, das den Arbeitgeber zur Zahlung einer Entschädigung an den Arbeitnehmer anweisen kann. Der Bürgerbeauftragte für Gleichstellung und die Arbeitnehmerorganisationen können auch Fälle an den finnischen Gleichstellungsausschuss bringen, der erforderlichenfalls Geldbußen verhängen kann. Das Arbeitszeitgesetz regelt Überstunden und deren Ausgleich und definiert Überstunden als «Arbeit, die auf Initiative des Arbeitgebers zusätzlich zu den regulären Arbeitszeiten geleistet wird» (Arbeitsgesetz 2011).