Die gesetzliche Arbeitszeitregelung in Österreich ist im Arbeitszeitgesetz (AZG) und im Restruhegesetz (ARG) festgelegt, das den rechtlichen Rahmen für die Arbeitszeitregelung festlegt. Nach diesen Gesetzen sind Abweichungen von den gesetzlichen Standards auf Branchen- und Unternehmensebene möglich, dies erfordert jedoch zunächst einen Branchentarifvertrag und auf dieser Grundlage einen Betriebsvertrag zwischen Betriebsrat und Geschäftsführung. Daher bleibt die Arbeitszeit ein Thema in den Tarifverhandlungen. Dies gilt insbesondere seit den letzten Änderungen des Arbeitszeitgesetzes (AZG), die die Möglichkeiten für flexible Arbeitszeitregelungen erhöht, deren Umsetzung tarifvertraglich vorbehalten und zuletzt (2018) die Höchstarbeitszeit von 10 auf 12 Stunden pro Tag und von 50 auf 60 Stunden pro Woche verlängert haben. Es gibt kein explizites Konzept der Repräsentativität, das für kollektive Interessenorganisationen von Arbeit und Wirtschaft in Österreich gilt. In Bezug auf die Fähigkeit freiwilliger Organisationen, Tarifverträge abzuschließen, ermittelt das österreichische Arbeitsrecht (ArbVG) jedoch einige allgemeine Voraussetzungen, die eine freiwillige Kollektivinteressenorganisation erfüllen muss: die (finanzielle) Unabhängigkeit (insbesondere der anderen Seite der Industrie); eine umfassende berufliche und territoriale Abdeckung in Bezug auf den Mitgliedschaftsbereich, was bedeutet, dass die Organisation mindestens über der Unternehmensebene tätig sein muss; und eine große wirtschaftliche Bedeutung für die absolute Zahl der Mitglieder und Geschäftstätigkeiten, um in der Lage zu sein, eine effektive Verhandlungsmacht auszuüben. Das Kriterium der Repräsentativität ist somit an die Fähigkeit von Verwertungsgesellschaften zum Abschluss von Tarifverträgen (das Recht zum Abschluss von Tarifverträgen wird von der Bundesschiedskommission verliehen) und damit an ihre Anerkennung als relevante Sozialpartnerorganisationen geknüpft. Obwohl das österreichische System der Sozialpartnerschaft in der Zeit der konservativ-populistischen Koalitionsregierung von 2000 bis 2006 in Frage gestellt wurde, hat sich der österreichische Korporatismus seit Mitte der 2000er Jahre weitgehend erholt.